Gesundes Brot Backen und ein wenig Geschichte des Brotes

Wir trafen uns mit 6 Personen bei Frau Marliese Studt zu Hause. Sie hatte noch eine Bekannte dazu eingeladen, die für die regionale Tageszeitung schrieb und einen Artikel über unsere Selbsthilfegruppe und Arbeit verfassen wollte.

Um 14.30 Uhr begrüßte ich alle unsere Mitglieder und bedankte mich mit einem kleinen Präsent bei unserer Gastgeberin, die sich sehr viel Mühe für den informativen Nachmittag gemacht hat.

Als erstes führte uns die Gastgeberin in die „Backstube“. Dort stand ein großer Backofen, den man mit Holz befeuerte und darin kann man Brot und Kuchen backen.

Der Ofen hatte noch eine Resthitze, von den ganzen Broten und Kuchen die unsere Gastgeberin an dem Vormittag gebacken hatte. Sie zeigte uns Ihre gesamten Backutensilien, womit man gesundes Brot herstellen kann. Dann gingen wir wieder in den Wintergarten und setzten uns an den gemütlich gedeckten Tisch. Auf einem extra Tisch,  standen Teller, Besteck, frisch gebackenes Brot, Kuchen, Butter und selbst ausgelassenes Schmalz. Es roch hervorragend. Auf dem Tisch standen verschiedene Plätzchen und selbst gemachtes Knäckebrot.

Bevor wir uns auf die leckeren Sachen stürzten, hatte unsere Gastgeberin uns noch einen kleinen Vortrag über die Geschichte des Brotes gehalten und wie Sie ihr Brot backt.

Nördlich der Alpen vor ca. 30.000 Jahren wurde schon von die Wildpflanzen Hirse, Weizen und Gerste, grob zerdrückt –fast gemahlen, mit Wasser vermischt als Brei gegessen und die Reste wurden aufgehoben und liegen gelassen. So wurde das trockene Gemisch zu Brot, was man auch besser transportieren konnte.

Vor ca. 10.000 Jahren v. Chr. begann man dann mit dem systematischen Anbau von Getreide zur Ernährung.

Die ersten Backöfen werden das erste Mal ca. 2.000 vor Christi benutzt. Vorher hatte man das Wasser/Getreidegemisch entweder auf einem Stein oder in einer Pfanne gebacken.

Durch die Ägypter lernten die Griechen um 800 v. Chr. Ein Sauerteigbrot zu backen. Aber es gab auch schon gesäuertes Brot ohne Sauerteig mit Soda und Traubensaft als Gärungszusatz.

Mit Hefe gesäuertes Weizenbrot setzte sich aber erst um 1.000 v. Chr. Durch. Bereits zwischen 2860 und 1500 v. Chr. Gab es im Land am Nil ca. 30 verschiedene Brotsorten.

In der heutigen Zeit gibt es in Deutschland ca. 731 (Stand 2011) verschieden Brotsorten und sind immer weniger gesunde Zutaten drin. Viel Hefe, damit es eine große Menge, günstig hergestelltes Fabrikbrot ist. Die Bäcker können der Konkurrenz wegen den Billigbroten aus der Fabrik kaum noch standhalten.

Früher waren im Brot:

Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig als Treibmittel für die Lockerung.

In der heutigen Zeit werden viele Brote mit folgenden Treibmittel gebacken, wie z. B.: Cystein – verbessert die maschinelle Verarbeitung

Ascorbinsäure – verkürzt die Reifezeit u. wirkt aufhellend

DAWE (Diacetylweinsäureester) – ein Emulgator vergrößert das Volumen

Enzyme – verbessern die Bräunung, vergrößern das Volumen können Allergien hervorrufen

Karamellzuckersirup – Verbesserung des Geschmackes, Farbe des Brotes

Emulgatoren – erleichtert Teigverarbeitung, verbessert Tiefkühleignung u.

Altbackenwerden von Brot

Teigsäuerungsmittel (Kunstsauer) – problemlose Teigbildung statt Natursauerteig

Sorbinsäure – verhindert Schimmelbildung (nur bei Schnittbrot zugelassen)

Unsere Gastgeberin backt jeden Samstag für die ganze Familie Brot mit wenig Hefe, gesunde Zutaten und das durften wir dann auch probieren. Es war ein Unterschied zwischen Tag und Nacht vom Brot aus dem Discounter oder abgepackt zu dem Urbrot der Gastgeberin. Sie gab uns ihr Rezept, so dass wir es nachbacken können. Es war sehr lecker, sehr informativ und um ca. 18.00 Uhr verabschiedeten wir uns alle und fuhren nach Hause.

Rezept für 4 Brote a`1000 g

900 g Weizen – Korn   wird selbst geschrotet

600g Roggen- Korn      wird selbst geschrotet

20 g Hefe

1 L Buttermilch damit wird ein kalter Ansatz gemacht und über Nacht stehen gelassen.

1500 g Weizen 1050

160 g Sesam

160 g Sonnenblumenkerne80 g Leinsamenkerne

70 g Salz

Bei Wunsch Brotgewürz

Wasser nach Bedarf alles in der Küchenmaschine vermengen und 2 Std. gehen lassen

Ca. 1 Std bei 200 Grad backen.

 

Einige Tage später stand dann der Artikel in der Tagespresse.

 

Jutta Schiavo