Am 07.06.2014 trafen wir uns um 14.30 Uhr in unserem Gruppenraum in Bad Kreuznach um uns einen Vortrag von Frau Schäfer anzuhören. Es ging um das Thema Trennkost – ist es eine gesunde Ernährung?

Es waren wieder zahlreiche Mitglieder meiner Einladung gefolgt und Frau Schäfer, selbst Mitglied, begann auch pünktlich mit Ihrem Vortrag.

Trennkost ist eine vom New Yorker Arzt, Dr. Wilhelm Hay zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte Ernährungsform, bei der hauptsächlich eiweißhaltige und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden. Dr. Hay ging davon aus, dass die Ursache aller Zivilisationskrankheiten  in einer Übersäuerung (Azidose) des Körpers liege, die vor allem durch die gemeinsame Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydrate hervorgerufen wird. Die Folge sind Gärungsprozesse im Dünndarm, da die Verdauungsprozesse nicht störungsfrei ablaufen können und die Enzyme nicht richtig an die Nahrung andocken können.

Nach seinen Richtlinien besteht die Ernährung zu 80 % aus Basenbildnern (Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Mandeln) und nur 20% aus Säurebildnern (Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Käse, Weißmehl und Zucker). Außerdem gibt es noch neutrale Lebensmittel (Butter, kaltgepresste Öle), die mit beiden Gruppen kombiniert werden können. Zwischen den einzelnen Mahlzeiten sollte eine „Verdauungspause“ von mindesten 3 Stunden! liegen. Zu der Zeit, als Dr. Hay die Trennkost entwickelte litt er selbst an einer Nierenkrankheit und Übergewicht. Mit Hilfe der Trennkost senkte er seinen Harnsäurespiegel und konnte die Krankheit überwinden.

In Deutschland wurde die Trennkost vor allem durch Dr. Heinz Ludwig Walb (1907 – 1992) bekannt.

Das Grundprinzip ist:

 Neutrale Gruppe: Gemüse, Salate, Avocados, Heidelbeeren, Melonen, Fette, wie Öle, wenige Milchprodukte mit mind. 60% Fett, Erdnüsse und Pilze.

Eiweiß Gruppe: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, alle Milchprodukte mit einem Fettanteil unter 50%, Milch, Sauermilchprodukte, Joghurt, Quark, Frischkäse, Weichkäse, Sojaprodukte wie Tofu, die meisten Früchte und Nüsse sowie Eier.

Kohlenhydratgruppe: Brot, Kuchen aller Art, Weizenmehlprodukte, Roggen, Knäckebrot, Schwarzbrot, Reis, Süßungsmittel (Zucker, brauner Zucker, Honig, Ahornsirup) und Bananen.

  1. Richtlinie: Kohlenhydrate und Einweise werden getrennt
  2. Richtlinie: die täglichen Mahlzeiten sollen zu ¾ aus basenbildenden Lebensmittel wie Obst, Saate und Gemüse bestehen
  3. Richtlinie: Säurebildner wie Milch, Fleisch, Fisch oder Käse dürfen nur ¼ ausmachen

Die Hay`sche Trennkost keine Diät, sondern eine Nahrungsumstellung bei der man nicht hungern muss. Das Ziel der Trennung von Eiweißhaltigen und kohlenhydrathaltigen Lebensmittel ist, die Verdauungsprozesse zu erleichtern.

Eiweiße werden in einem säurehaltigen Milieu verdaut (Hydrochloridsäure zusammen mit dem Enzym Pepsin.

Kohlenhydrate werden in einem basischen Milieu verdaut und der Verdauungsprozess beginnt schon im Mund mit dem Enzym Ptyalin und wird dann im Dünndarm weiter verdaut – nicht im Magen!

Werden Eiweiße und Kohlenhydrate gleichzeitig gegessen, dann:

  1. der basische Mundspeichel wird neutralisiert und die Stärke kann nicht mehr im Mund gespalten werden.
  2. Werden Verdauungssäfte im Magen angeregt, was wiederum zur Gärung der Kohlenhydrate im Magen und somit zu Sodbrennen führen kann, was wiederum ein erhöhtes Risiko für Speisenröhrenkrebs sein kann.
  3. Können diese Verdauungsstörungen zu Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen führen. Im schlimmsten Fall zu Verstopfung, Allergien und Arthritis.

Nachdem Frau Schäfer uns dies alles gesagt hat, begannen wir eine Fragerunde, die viele verschiedene Fragen hervorrief, vor allem, welche Lebensmittel zu welcher Kategorie gehörten.  Dazu teilte sie uns ein Blatt aus, auf dem die verschiedenen Lebensmittel in ihre Gruppen aufgeteilt standen (siehe Anlage).

Zum Abschluss hatte sie uns noch einige praktische Tipps mitgegeben und eine Kostprobe von einem neutralen Brotaufstrich, dem Rote-Beete-Meerrettich, der sehr lecker schmeckte gegeben.

Wir kamen alle zu dem Beschluss, dass die Trennkost eine gesunde Ernährungsform ist, auch für uns Lupus erkrankte.

Alles in allem war es ein sehr interessanter und umfangreicher Vortrag gewesen und um 17.30 Uhr verabschiedeten wir uns alle.